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September 27, 2022

Shopware vs. Shopify

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Durch den Ausbruch der Coronapandemie im Jahr 2022 veränderten sich die wirtschaftlichen Strukturen der Gesellschaft. Die Verbraucher waren gezwungen, von ihren Gewohnheiten abzuweichen und sich mehr und mehr auf die virtuelle Welt einzulassen. Schließlich war der Online-Handel für lange Zeit die einzige Möglichkeit, um Produkte zu erwerben. Infolgedessen konnten selbst die hartnäckigsten Kritiker von den Vorteilen des Online-Shoppings überzeugt werden.

Mittlerweile hat der E-Commerce ein Allzeithoch erreicht. 2021 betrug der globale Umsatz der Webshops 5.211 Milliarden US-Dollar. Eine Zahl, welche die hohe Erfolgsquote von Onlineshops widerspiegelt. Für die kommenden Jahre sehen die Prognosen noch rosiger aus. In vier Jahren soll der Umsatz auf 8.148 Milliarden US-Dollar angestiegen sein und somit ein hohes Potenzial für den Einzelhandel bieten.

 

Wer sich ein Stück vom Kuchen abschneiden möchte, muss sich heutzutage mit allen Wassern waschen. Denn es reicht nicht mehr aus, mittels E-Commerce-Shop Präsenz zu zeigen. Dank des reichen Angebots im virtuellen Raum und der zunehmenden Professionalität der Shops sind die heutigen Verbraucher verwöhnt und stellen hohe Anforderungen an Shop-Betreiber. Möchte man die Besucher dauerhaft von den eigenen Angeboten überzeugen, bietet es sich an, die Webpräsenz mithilfe eines Shopsystems umzusetzen.

 

 

Was versteht man unter einem Shopsystem?

 

Hinter dem Begriff “Shopsystem” versteckt sich eine Software, die dazu genutzt wird, um einen Onlineshop zu betreiben und in diesem Zuge Dienstleistungen oder Waren zu verkaufen. Um die Instandhaltung, Verwaltung und Pflege des Programms muss sich der Shopbetreiber kümmern. Wer sich professionelle Hilfe bei der Aufrechterhaltung des Onlineshops wünscht, kann eine Agentur für individuelle Software-Entwicklung wie Intexsoft.com beauftragen.

 

Aktuell gibt es eine große Auswahl an Shopsystemen, die mit oder ohne Programmierkenntnisse verwendet werden können. Zu den bekanntesten Anbietern dieser Programme zählen Shopify und Shopware.

 

 

Wozu braucht man ein Shopsystem?

 

In der Vergangenheit war es notwendig, mit einem Informatiker zusammenzuarbeiten, um den eigenen Online-Shop ins Leben zu rufen. Wurden Aktualisierungen vorgenommen, neue Features zum Programm hinzugefügt oder das Design verändert, musste der Fachmann das Backend anpassen. Ohne das entsprechende Know-how und einschlägige Erfahrung waren Adaptationen nicht umsetzbar.

 

Das E-Commerce-System zielt darauf ab, den Aufbau und die Pflege eines Onlineshops auch für Laien möglich zu machen. Die Programme basieren auf dem Baukasten-Prinzip. Das heißt, dass vorgefertigte Templates genutzt und mit wenigen Klicks individualisiert werden können. In Verbindung mit den gewünschten Plugins und Features entsteht im Nullkommanichts ein ansprechendes Frontend.

 

 

Das richtige Shopsystem finden

 

Inzwischen stehen mehr als 200 unterschiedliche Shopsysteme fürs E-Commerce-Business zur Verfügung. Kleine, mittlere und große Unternehmen können sich einen Überblick über verschiedene Shop-Systeme verschaffen und die geeignete Lösung für den eigenen Shop finden.

 

Nichtsdestotrotz kommt es vor, dass die Programme zu allgemein gehalten sind und nicht auf die spezifischen Wünsche der Kundschaft eingehen können. Möchte ein Unternehmen beispielsweise einen Webshop, der zu 100 Prozent an die eigene Zielgruppe angepasst ist und über außergewöhnliche Features und Funktionalitäten verfügt, empfiehlt es sich, eine professionelle Webdesign-Agentur zu beauftragen.

 

Was ist Shopware?

 

Shopware hat deutsche Wurzeln und wurde im Jahr 2004 gegründet. Es versteht sich als modulares E-Commerce-System, das über unzählige Standardlösungen verfügt und durch 1.700 Plugins erweitert werden kann. Einige dieser Add-ons sind kostenpflichtig. Das Open-Source-Programm bietet Einblicke in den Code, der nach Belieben verändert werden kann.

 

Seit dem Pandemiejahr 2020 wird Shopware 6 als cloudbasierte Lösung angeboten, wenn man sich für die Starter Edition entscheidet. Das bedeutet, dass das Hosting ebenfalls über Shopware läuft. Start-ups und Existenzgründern wird somit der Einstieg in die Welt des Onlinehandels vereinfacht.

 

 

Was ist Shopify?

 

Shopify ist der Rising Star der Shopsysteme. Das Programm entstand 2006 in Kanada unter der Leitung von Entwickler Tobias Lütke. Shopify ist auf B2C ausgelegt und greift auf ein cloudbasiertes System zurück. Dank des Baukastenprinzips und der Userfreundlichkeit geht der Launch des Online Shops sehr schnell vonstatten.

 

Die einzelnen Phasen des Verkaufs können in Shopify problemlos abgebildet werden. Zudem lässt sich das Programm mittels Apps um zusätzliche Funktionen erweitern.

 

 

 

Shopware vs. Shopify – die Shopsysteme im Vergleich

 

Wie Drupal vs. WordPress werden Shopware und Shopify häufig miteinander verglichen. Im Allgemeinen ähneln sich die beiden Shopsysteme, doch bei genauerer Betrachtung stechen einige Unterschiede ins Auge.

 

 

Programmierkenntnisse & Individualisierung

 

Weder für Shopware noch für Shopify sind Programmierkenntnisse eine zwingende Voraussetzung. Die einzelnen Module können nach Bedarf ausgewählt werden und zu einer funktionierenden Webseite zusammengesetzt werden.

 

In Shopware ist es zusätzlich möglich, in den Code einzugreifen und spezifische Modifizierungen vorzunehmen. Infolgedessen kann das Shopsystem stark individualisiert werden. Diese Option ist allerdings abhängig von der Edition, und für die Eingriffe in den Open-Source-Code sind Fachkenntnisse nötig. Shopify setzt auf eine simple Anwendung, weswegen Individualisierungen nur begrenzt möglich sind:

 

  • Gestaltung durch Design-Themes anpassbar
  • Zusätzliche Funktionen durch Erweiterungen
  • Eigene Add-ons können nicht integriert werden

 

 

Weiterentwicklung

 

Shopware ist bestrebt, den Funktionsumfang des Programms beständig zu vergrößern. Aus diesem Grund werden die Weiterentwicklungen eigenfinanziert und mit Leidenschaft und Herzblut umgesetzt. Die User können sich auf dem Blog des deutschen Unternehmens über Neuigkeiten und Änderungen informieren. Shopify agiert nicht unabhängig, sondern muss sich am börsenorientierten Mutterkonzern orientieren.

 

 

Funktionalitäten

 

Beim Thema Funktionalitäten hat Shopify die Nase vorn. Das E-Commerce-System bietet eine Vielzahl an Funktionalitäten an, die sich an den Bedürfnissen der Shopbesitzer orientiert. Im Gegensatz dazu ist es möglich, Shopware eigenständig zu erweitern. Die Add-ons können käuflich erworben oder von Programmieren individuell entwickelt werden.

 

 

Design

 

In der Gestaltung sind den Usern von Shopware keine Grenzen gesetzt. Es stehen unzählige kostenlose und kostenpflichtige Designs zur Verfügung, die mit wenigen Mausklicks integriert werden können. Es gibt zudem einige High-End-Designs, die mit Preisen zwischen 250 und 500 Euro zu Buche schlagen.

 

In der Regel ist für jeden Geschmack etwas dabei. Kommt es jedoch zum individuellen Charakter der Designs, wird den Nutzern ein Riegel vorgeschoben. So besteht zwar die Option, mittels Drag-and-Drop-Funktionen Modifikationen durchzusetzen, doch Eingriffe in die weitere Gestaltung sind nahezu unmöglich – zumindest solange man keine Programmiererfahrung besitzt.

 

Der Design Store von Shopify ist das Pendant zu Shopware. Hier sind zehn kostenlose Themes erhältlich. Wen es nicht stört, dafür in die Tasche zu greifen, kann für rund 180 bis 350 $ kostenpflichtige Designs erwerben. Im vergangenen Jahr wurde der Store außerdem mit weiteren Features angereichert. Einige Themes sind nun mit dem “Sections Everywhere” Feature ausgestattet, das umfangreiche Individualisierungen abhängig vom eigenen Gusto ermöglicht.

 

 

Erweiterungen

 

Egal, was man braucht, bei Shopware wird man fündig. Das Programm deckt nicht nur sämtliche Grundfunktionen ab, sondern offeriert weiterhin 1.700 Plugins. Mithilfe dieser kostenlosen und -pflichtigen Erweiterungen können alle nur vorstellbaren Funktionen in der E-Commerce-Software umgesetzt werden. Ob es sich um Add-ons für die Logistik, SEO, Rechtskonformität, Zahlungsmittel oder den Bereich Marketing handelt – nichts ist unmöglich! Ein weiterer Vorteil ist, dass Shopware das Programm eines deutschen Unternehmens ist. Aus diesem Grund ist alles in deutscher Sprache verfügbar.

 

Mit Shopify verhält es sich ähnlich. Die Basis ist vorhanden und zusätzliche Wünsche können im Shopify Store gebucht werden. Die Installation und Einrichtung der Apps läuft bei Shopify intuitiv ab und ist somit einfacher als bei der Konkurrenz. Leider sind die Add-ons in englischer Sprache verfasst. Außerdem haben B2B-Shops Probleme, komplexe Add-ons und eine Vielzahl von Erweiterungen nutzerfreundlich und ansprechend im Webshop abzubilden. Shopware bietet in diesem Bereich bessere Möglichkeiten.

 

 

Rechtskonformität

 

Da sich der Sitz von Shopware in Deutschland befindet, sind alle Erweiterungen, Updates und Entwicklungen auf den deutschen Markt zugeschnitten. Das bedeutet unter anderem, dass DSGVO-Konformität besteht. Shopify entstammt der Hand eines Kanadiers, weswegen die deutschen Vorgaben nicht immer eingehalten werden. Als Shopbetreiber muss man dementsprechend verstärkt auf die Rechtskonformität des eigenen Shops achten.

 

 

Marketing & Vertrieb

 

Das deutsche Shopsystem konzentriert sich stark aufs Marketing und Storytelling. Anhand von Erlebniswelten können Produktpräsentationen, Landingpages oder Marketingkampagnen realisiert werden. Darüber hinaus gibt es Partnerprogramme zur Umsatzbeteiligung eines Geschäftspartners oder Up- und Cross-Selling-Tools, die den durchschnittlichen Wert des Warenkorbes erhöhen.

 

Zur Analyse der Zielgruppe stehen Tools bereit und weitere Funktionen können spielend leicht in das Programm eingegliedert werden. Wer mehrere Plattformen nutzen möchte, kann Verkaufsplattformen wie Amazon oder eBay einbinden. Im Gegensatz dazu existiert kein eigenes Kassen- und Warenwirtschaftssystem. Schnittstellen können jedoch eingerichtet werden.

 

Shopify sammelt durch verschiedene Vertriebskanäle und die Möglichkeit, Marketing-Kampagnen zu schalten, große Pluspunkte. Für die Synchronisation müssen nur wenige Klicks getätigt werden, was viel Zeit, Energie und Arbeit spart. Das Shopsystem bietet den Shopbetreibern zahlreiche Optionen, welche die gesamte Welt des Vertriebs und Marketings einzuschließen scheinen.

 

Im Jahr 2021 wurde zudem das Shopify PoS (Point of Sale) veröffentlicht. Das ist ein firmeneigenes Kassen- und Warenwirtschaftssystem, das speziell auf den Einzelhandel ausgelegt ist. Es kann in physischen Läden eingesetzt werden und ist eine Allround-Lösung, um die Funktionen des Online-Shops ebenfalls im stationären Handel abzubilden.

 

 

Support & Community

 

Der Support von Shopware wird nur in ausgewählten Plänen angeboten. Beispielsweise können die Nutzer des Free-Plans nicht auf den Kundenservice zugreifen. Der Support wird mittels Chat oder E-Mail-Ticket realisiert.

 

Die Community von Shopware ist breit gefächert. Es gibt ein Forum, das sich ausschließlich mit dem deutschen E-Commerce-System beschäftigt. Fragen zum System, Features oder Störungen können hier gestellt werden.

 

Bei Shopify wird Kundensupport großgeschrieben. Die Kundenanfragen werden via Telefon, E-Mail oder Live-Chat bearbeitet. Die Mitarbeiter brillieren mit einer schnellen Reaktionszeit und besitzen hilfreiche Problemlösestrategien. Leider sind für die Kommunikation Englischkenntnisse notwendig.

 

Wer sich mit Gleichgesinnten Shopify-Nutzern austauschen möchten, stößt auf eine große Community. Das Netzwerk an Fans und treuen Usern hat sich in den letzten Jahren stark erweitert und ist ein Alleinstellungsmerkmal des kanadischen Shopsystems. Zudem stehen Interessierten Shopify Blog, YouTube-Videos, eine Entwickler-Plattform und ein moderiertes Forum offen.

 

 

Kosten

 

Die Kostenfrage spielt für die meisten Nutzer eine entscheidende Rolle. Hier ein Überblick:

 

Shopware:

 

  • Community: kostenlos
  • Professional Plan: ab 199 Euro im Monat
  • Enterprise Edition: ab 2.495 im Monat

 

Shopify:

 

  • Basic Shopify: 27 Euro im Monat
  • Shopify Plan: 79 Euro im Monat
  • Advanced Shopify: 289 Euro im Monat

 

 

Das Fazit – Welches Shopsystem passt besser?

 

Im Kopf-an-Kopfrennen zwischen den beiden Shopsystemen geht kein klarer Sieger hervor. Sowohl Shopware als auch Shopify haben Stärken und Schwächen, die individuell vom Shopbetreiber abgewägt werden müssen. Da es sich jedoch um modulare Baukastensysteme handelt, sind der Funktionsumfang und die Individualisierungsmöglichkeiten teilweise eingeschränkt. Wer sich ein System wünscht, das perfekt auf die eigenen Produkte, Dienstleistungen und Kunden zugeschnitten ist, sollte sich demnach an ein professionelles Software-Entwicklungs-Unternehmen wenden.

 

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